COSTA BRAVA 2010
Dieses Jahr haben wir uns vorgenommen die Costa Brava zu erkunden. Laut einem älteren Törnbericht aus der Yacht soll dies tatsächlich eines der schönsten (und verkanntesten) Segelreviere im Mittelmeer sein. Wir sind gespannt, denn eigentlich haben wir mehr billigen Bustourismus nach Llorett de Mar im Sinn, wenn wir an diesen nordspanischen Küstenabschnitt denken.

Die Costa Brava beginnt etwa 30 sm nördlich von Barcelona bei Blanes und zieht sich ca. 67 sm bis zur französischen Grenze. `Brava` heißt auf Spanisch `wild` und tatsächlich handelt es sich um eines der weltweit sturmreichsten Seegebiete. Verglichen damit ist die Nordsee angeblich eine geradezu „ruhige Gegend“.
Die Ursache hierfür ist der Tramontana (oder Mistral), ein sehr starker, trockener und gefährlicher NW-N Wind, der sich innerhalb kürzester Zeit aus blauem Himmel aufbaut und südlich vom Löwengolf auch im Sommer für 3-4 Tage 8-10 Bf und 3-4 m Welle erreichen kann. Dieser ungnädige König der Mittelmeerwinde ist deswegen nicht nur bei der Sportschifffahrt gefürchtet. Er wird erzeugt durch ein Tiefdruckgebiet über Norditalien oder dem Ligurischen Meer und einem Hochdruckgebiet über der Biskaya.
Da die Wahrscheinlichkeit für eine Tramontana Lage jedoch im Juni am geringsten ist, planen wir den Törn zu diesem Zeitpunkt.

VAMOS AL BARCELONA
Unsere Fahrt startet am 23.06.2009 aus der Bucht von Pollensa, unserem Absprungpunkt von Mallorca. Erstes Ziel ist das ca. 100 sm entfernte Barcelona mit ca. 1.6 Millionen Einwohnern, die zweitgrößte Stadt Spaniens. Da wir mit gut 20 Stunden Überfahrt rechnen, starten wir gegen 14:00 Uhr, um am späten Vormittag bis Mittag des nächsten Tages anzukommen. Wir haben Glück. Es ist fast Vollmond und dazu die kürzeste Nacht des Jahres, was eine recht helle und kurze Nachtfahrt verspricht. Der Wind weht mit 8-10 Knoten aus südlichen Richtungen, was uns hoffentlich erlauben wird, möglichst lange zu segeln.
Die Überfahrt verläuft tatsächlich recht angenehm. Gegen 19:00 Uhr wird es allerdings total windstill und kurz vor Sonnenuntergang sichten wir drei 8-10 m lange Wale, die an der Oberfläche schlafen und uns scheinbar gar nicht bemerken. Nur gut, dass es noch hell ist!!! Gegen 02:00 Uhr morgens kommt dann doch noch etwas Hektik auf, weil wir plötzlich auf kreuzenden Kursen eine Armada französischer Segelboote haben, die teilweise ohne Beleuchtung unterwegs sind. Dazu kommen die üblichen Fischer, die unberechenbare Kurse laufen und auch ein Frachter möchte nochmal kurz vorbei. Wir sind beide auf den Beinen und mit Hilfe des Radars legt sich die Aufregung dann bald. Genauso schnell, wie alle da waren, ist es dann auch wieder ruhig und wir können dann noch fast bis vor die Hafeneinfahrt von Barcelona segeln, mitten durch all die großen Schiffe, die vor Reede liegen.

Unser Ziel ist Port Vell, die Stadtmarina, wo wir Punkt 12:00 Uhr nach 22 Stunden anlegen.Port Vell (Alter Hafen)l ist eine sehr schöne Marina. Die Altstadt und die Ramblas sind schnell zu Fuß erreichbar, drum herum im Stadtteil Barceloneta gibt es viele kleine Geschäfte, Bars und Restaurants und der Strand ist in 5 Minuten zu Fuß erreichbar. Die Preise sind mit 60 Euro Vorsaison/70 Euro Hauptsaison moderat, und das Personal ist sehr nett und hilfsbereit. Es gibt Waschmaschine und Trockner, saubere sanitäre Anlagen und außerdem ist man durch einen hohen Zaun zur Stadtpromenade gut abgesichert…wohl auch nötig. Vor dem bewachten Tor bieten unzählige Händler vor dem Historischen Museum alle möglichen gefälschten Lederwaren an, die sie in einem Tuch mit Stricken an allen Enden auszulegen, um dann bei Auftauchen der Polizei mit einem Griff alles wie in einem Netz zusammenraffen zu können und schnell um die nächste Ecke zu verschwinden. Dieses Räuber & Gendarm Spiel scheint allen Beteiligten viel Spaß zu machen, und so wird es stündlich wiederholt und verfeinert. Allerdings gewinnen die Räuber immer (und zahlen dann Provision an die Gendarmen?)
Nachdem unsere Crew am nächsten Tag angekommen ist machen wir eine ausführliche Stadtbesichtigung, denn Barcelona, die Hauptstadt Kataloniens, ist immer wieder interessant und sehenswert.

Barcelona wurde wohl 230 vor Christus von dem Vater Hannibals gegründet. Einer anderen Sage nach wurde sie allerdings von dem Halbgott Herakles schon 1153 vor Christus gegründet, wäre damit also 4oo Jahre älter als Rom…dies allerdings ist eine unbestätigte Sage, und wohl mehr Wunschdenken!
Barcelona hatte die übliche sehr wechselhafte Geschichte. Von Römern zur ersten Blüte gebracht, dann von den Barbarben zerstört, danach kamen die West Goten, die Mauren, die Karolinger, die Franzosen und nun wir!!
Kolumbus wurde hier im Jahr 1493 nach seiner Entdeckung Amerikas vom König empfangen und grüßt heute noch als Statue mit weit ausgestrecktem Arm Richtung Meer vom Placa Portal de la Pau. Im Spanischen Bürgerkrieg war Barcelona die republikanische Hochburg des Widerstandes, bis Francos Truppen die Stadt am 26.01 1939 überrannten und alle autonomen Institutionen der Region sowie die katalanische Sprache verboten.

Heute ist Barcelona eine der schnellst wachsenden und wirtschaftlich stärksten Regionen, deswegen auch der weiterhin ungebrochene Wille zur Unabhängigkeit von Madrid.
Wir besichtigen den historischen Stadtkern den Barric Gotic, die Kathedrale der heiligen Eulalia, und betrachten von außen das wohl bekannteste Gebäude von Antonio Gaudi, die Kathedrale Segada Familia, an der seit 1982 gebaut wird, da sie nur durch Spenden finanziert wird.

Dann fahren wir schließlich mit der Seilbahn auf den Montjuie, von wo man einen herrlichen Blick auf die Stadt und den gesamten Hafen hat. Allerdings hat das Fort eine düstere Vergangenheit, da es unter Franco als Gefängnis für politische Gegner benutzt wurde. Viele verschwanden hier spurlos oder wurden hingerichtet, weswegen dieser Ort lange Zeit von den Einheimischen gehasst wurde.

Ein wenig unterhalb geht dann eine Gondelbahn direkt über den Hafen und endet am 4 km langen Strand von Barcelona. Hier wollen wir das Fußballspiel Deutschland gegen England in einer der vielen Strandbars sehen. Schließlich ist Fußball Weltmeisterschaft. Die Deutschen gewinnen 4:0 und der Wirt sucht im Internet die Deutsche Nationalhymne um uns eine Freude zu machen. Leider hat er eine merkwürdige Website gefunden, denn lauthals dröhnt die verbotene 3. Strophe durch die Bar….nur gut, das die meisten hier kein Deutsch verstehen!!!!!
AUF ZUR COSTA BRAVA
Am nächsten Tag geht es dann endlich los. Wir wollen in das 30 sm entfernte Blanes, wo die Costa Brava beginnt. Leider gibt es kaum Wind, und so müssen wir die meiste Zeit unter Maschine laufen. Dieser Küstenabschnitt unterstützt all unsere Vorurteile, flach und schrecklich zugebaut…aber es ist ja auch noch nicht die Costa Brava!!
Kurz vor Blanes wird es dann wirklich schöner. Die Küste wird steiler und felsiger und die ersten Calas zeigen sich. Blanes hieß bei den Römern „Blanda“ und war ursprünglich ein Rivale von Barcelona und Tarragona. Davon ist jedoch nicht mehr viel übrig. Und so hat auch schon der Club Nautico aufgehört zu arbeiten, als wir kurz nach 18 Uhr ankommen und per Funk nach einem Platz anfragen. Trotz mehrmaliger Versuche auch auf Spanisch meldet sich keiner mehr. Da der Wind mittlerweile auf 5-6 Bft aufgefrischt hat und Schwell in den Hafen läuft wollen wir auch nicht so einfach einlaufen und beschließen uns einen Ankerplatz zu suchen. Dies erweist sich bei südlichen Winden als gar nicht so einfach, insbesondere da wir eine ruhige Nacht haben möchten Schließlich fällt der Anker auf 8m Sandgrund nach 33 sm in der Cala LLorell, die schon kurz vor Tossa de Mar liegt.

VON BLANES NACH TOSSA DE MAR
Am nächsten Morgen geht es dann die Riesenstrecke von 2 sm weiter nach Tossa de Mar. Dies ist ein sehr alter Ort von den Römern Turissa genannt. Er wurde wie üblich oft zerstört unter anderem von den Vandalen, dann wieder aufgebaut und dann wieder zerstört in regelmäßigem Wechselspiel. Ein Schicksal, was die meisten der alten Orte im Mittelmeer verbindet. Es gibt eine sehr schöne Altstadt, die Villa Vella, mit einer Barockkirche und vielen schönen Geschäften, Restaurants, Bars und Cafés. Auf der Landzunge liegt ein altes Kastell und oben thront der Leuchtturm Cabo Tossa, von wo man einen schönen Blick über die Küstenlinie hat´, was für den Aufstieg bei doch schon recht heißen Temperaturen entschädigt.

Auf der kurzen Strecke nach Tossa de Mar passieren wir eine große Motoryacht, die dicht unter Land auf einen Unterwasserfelsen aufgelaufen ist. Offensichtlich ist sie leckgeschlagen, denn aus Schläuchen wird Wasser herausgepumpt. Allerdings scheinen die Retter nicht zu wissen, wie Sie weitermachen sollen. Ziehen sie das Schiff herunter, sinkt es, lassen sie es dort, wird der nächste Sturm es zerschlagen. Eine vertrackte Situation. Zumindest ist kein Starkwind vorausgesagt, so können sie wohl noch ein paar Tage überlegen. Es mahnt uns erneut in diesen Gewässern sehr vorsichtig zu navigieren, insbesondere, da die wenigen erhältlichen Seekarten einen zu großen Maßstab haben und somit nicht alle Details zu zeigen scheinen und wir auch unserem Kartenplotter nur bedingt trauen wollen. Dieses Gebiet ist wohl zu wenig von Wassersportlern nachgefragt, denn es gibt auch keinen speziellen Buchten-und Hafenführer.

Tossa de Mar selbst hat keinen Hafen, aber eine nach NW geschützte Ankerbucht, die Ensenada de Tossa. Leider liegen auch hier mittlerweile unzählige private Mooringbojen, zwischen denen kaum Platz zum Ankern ist. Nur unterhalb des Kastells gibt es maximal 3 Ankerplätze, wobei man jedoch achtgeben muss nicht in der Einfahrtschneise der vielen Touristenboote aus Lloret de Mar zu liegen, die hier mit Vollspeed auf den flachauslaufenden Sandstrand auflaufen, um Tagesgäste abzuladen oder aufzunehmen.
UM DAS KAP SANT SEBASTIAN
Wir gehen vor dem Frühstück Anker auf und verlegen uns zunächst in die Cala Bona, die ca. 1 sm weiter nördlich ist. Der Wind hat ein wenig gedreht und nun lagen wir doch zu weit in der Einfahrtschneise der Touristenboote und wollten Ärger vermeiden. Außerdem ist es nervig, wenn sie pausenlos um einen herum karriolen. Die Cala Bona ist eine wirklich schöne kleine Bucht mit glasklarem Wasser und einer kleinen Strandbar. Allerdings sind auch hier wie üblich die besten Ankerplätze mit privaten Mooringbojen belegt. Gut, dass so wenig Segler unterwegs sind, und man so trotzdem noch einen der wenigen Plätze ergattert! Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer Runde schwimmen geht es weiter nach Norden, erst unter Blister und dann unter Genua an Palamos vorbei und um das Kap San Sebastian mit seinem Leuchtturm herum. Hier beginnt das Gebiet das in der Zugrichtung der Tramontana liegt. Ab jetzt heißt es noch wachsamer zu sein und den Wetterbericht genau zu verfolgen!

Kurz nach dem Kap Begur öffnet sich die Doppelbucht mit der Cala de Aiguafreda beim Einlaufen im Westen und der Cala de Sa Tuna im SW. Die Cala de Aiguafreda ist jedoch (natürlich) voll belegt mit Mooringbojen, was es unmöglich macht hier zu ankern.

In der Cala De Sa Tuna ist der flachere SW Teil auch belegt, aber man kann noch auf 12-14 m in der Mitte der Bucht Ankern. Durch die kleine Felszunge Punta del Palom ist man auch gegen östliche Winde und Schwell geschützt. Wir ankern auf 14 m und machen uns zusätzlich mit einer Heckleine fest.

Im Inneren der Bucht liegt Tuna ein netter kleiner Ort, sehr versteckt und erst wenn man eingelaufen ist zu sehen. Ein ideales Piratennest!! Am Strand gibt es drei kleine Restaurants aber ansonsten keine Versorgungsmöglichkeiten. Sehr malerisch und fast nur von Spanier besucht. Es ist erstaunlich, was für schöne ursprüngliche Plätze es hier noch gibt, wobei die Touristenhochburgen Llorett de Mar und Rosas gar nicht mal so weit entfernt sind. Nur gut, dass die meisten Touristen nur den Weg zu Ihrer (reservierten)Liege am Hotelpool kennen und die ganze Zeit in Ihrem Hotelghetto bleiben!!

Nach einer ruhigen Nacht kommt morgens ein einheimischer Fischer vorbeigerudert und macht uns recht eindeutig mit Gesten schon von weitem klar, dass wir jetzt die Heckleine einziehen müssen, was wir auch sofort tun, man ist ja schließlich Gast (und er hat immer so mit seinem Messer herumgefummelt!!!!!)
CALA DE MONTGO
Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Golf de Roses. Wir passieren die Islas Medes, die ein Naturschutzgebiet sind. Weiter geht es zur Cala Montgo. Diese Bucht ist sehr groß und bietet Platz für viele Boote zum Ankern. Der Ort selber ist nicht sehr attraktiv, um nicht schlicht hässlich zu sagen. Immerhin gibt es einen großen Supermarkt, wohl Dank des Campingplatzes am Eingang des Ortes. Wir liegen weiter entfernt vom Ort und zum ersten Mal kommt unsere Ankerboje zum Einsatz, da es hier Sand aber auch viele Felsen gibt.
DALI`S SOMMERHAUS
Weiter geht es nach Norden Richtung Cadaques, wo Salvatore Dali sein Sommerhaus hatte. Wir haben 5-6 Bft aus SE, was das Queren des Golf de Roses zu einem schnellen Ritt unter Genua macht. Die Bucht von Rosas ist relativ flach, sandig mit niedriger Küstenlinie. Erst nordöstlich von Rosas wird es wieder felsiger und recht hohe Berge schieben sich bis zur Wasserlinie heran Wir passieren Punta de la Creu und laufen Richtung Cadaques. Ursprünglich war der Seeweg die einzige Möglichkeit zur Stadt. Im 14. Jahrhundert hatte der Ort schon 600 Einwohner, aber dann kamen die Korsaren, Algerische Piraten, die Franzosen, die Engländer und wieder die Franzosen, also das Übliche. Leider ist die Bucht nach SE offen, so das viel Schwell hereinläuft. Ankern ist verboten aber es liegen viele Bojen aus, die benutzt werden können. Da aber alle Yachten kräftig schaukeln, verholen wir uns nach Port Lligat. Dies ist kein richtiger Hafen, sondern eine bis auf NE recht gut geschützte Cala.

Man muss ein wenig vorsichtig navigieren um reinzukommen. Ankern ist fast nicht möglich aufgrund der vielen Bojen. Man kann jedoch an den freien Bojen festmachen und abends wird dann kassiert. In unserem Falle 20 Euro. Wir fahren mit dem Dinghi an Land und laufen an dem großen Sommerhaus von Salvatore Dali vorbei, was heute ein Museum beherbergt. Über einen kleinen Hügel kommt man schnell zu Fuß nach Cadaques, was sich sehr lohnt.

Der Ort ist sehr schön, mit vielen kleinen Gässchen, Bars und Restaurants. Sehenswert ist die Kirche Santa Maria von 1662, die trotz all der Kriege, Invasionen und Revolutionen nicht zerstört wurde, wie die meisten anderen in Spanien Es gibt eine schöne Uferpromenade mit einer großen Dali Statue und viel zu sehen und zu bestaunen.

EMPURIABRAVA DIE LAGUNENSTADT
Laut Wetterbericht soll es die nächsten 3 Tage mit bis zu 8 Bft aus NW stürmen. Nun kommt sie also doch noch die Tramontana. Wir beschließen deshalb nach Empuriabrava zu segeln und dort auf besseres Wetter zu warten. Alle hohen Felsen und Cliffs liegen heute Morgen im Nebel. Ein eigenartiger Anblick. Wir bedauern ein wenig nicht doch noch weiter nördlich gekommen zu sein bis zum berühmt berüchtigten Cabo Creus, das östliche Ende der Pyrenäen. Aber da dieses Kap direkt im Centrum des Tramuntana liegt und es dort keine Schutzmöglichkeiten gibt, ist dies nicht möglich. Da wir mittlerweile auffrischenden Wind aus NW bekommen haben, gehen die 12 sm bis zur Einfahrt nach Empuriabrava schnell vorbei und so stehen wir kurz vor 15 Uhr vor der Einfahrt.

Empuriabrava ist eine künstlich angelegte Lagunenstadt mit unzähligen Kanälen durchzogen und Häusern mit Bootsanlegeplätzen direkt vor den Gärten. Hier wurde Lazy Life im Jahr 2004 erstmals zu Wasser gelassen, und wir passieren die Werft, wo sie aufgeriggt wurde. Wir bekommen einen schönen Platz in einem Seitenarm zugewiesen und machen eine Erkundungstour mit dem Dinghi. In viele Arme kommt man mit dem Schiff nicht hinein, weil die Brücken zu niedrig sind. Empuriabrava hat einen schönen Strand und auch sonst alle Annehmlichkeiten (und Ärgernisse) eines großen Touristenortes. Aber nach Tagen der Ruhe ist dies auch mal wieder ganz schön!! Wir schauen uns das Spiel Deutschland : Argentinien an und können es kaum fassen, dass die deutsche Mannschaft wieder mit 4:1 gewinnt!!!Unsere Crew muss leider abmustern da der Urlaub vorbei ist. Wir bleiben noch 2 weitere Nächte. Mit 78 Euro sind auch hier die Preise erträglich, und draußen wütet sowieso die Tramontana, und es steht eine unangenehme hohe Welle.

RÜCKWEG NACH BARCELONA
Am 07.07. machen wir uns dann langsam auf den Weg zurück nach Barcelona. Wir segeln gemütlich durch die Bucht von Rosas, vorbei an den Islas Medes und entschließen uns dann für die Cala de Sa Riera als Nachtplatz. Wir ankern nach 25 sm auf 6m Sand vor dem kleinen Ort. Das Wasser ist glasklar und die Bucht wirklich schön. Abends rudern wir an Land und finden ein sehr gutes Vietnamesisches Restaurant, wo wir einen netten Abend verbringen. Leider verliert Deutschland (allerdings zu recht) gegen Spanien, na immerhin gegen unser zweites Heimatland!!!!

CALA GIVEROLA
Weiter geht es 20 sm südwärts, um das Cap Sant Sebastian herum, zurück zur Cala Bona kurz vor Tossa de Mar. Da diese voll belegt ist und wir keinen Ankerplatz finden schauen wir in die Nachbarbucht, die Cala Giverola. Diese ist noch schöner und durch eine kleine Felszunge auch nach Osten besser geschützt. Als gegen 18 Uhr die letzten Motorboote heimfahren verlegen wir uns noch mehr in das Innere der hufeisenförmigen Bucht und haben so einen prima Platz vor einem kleinen steinigen Strand, an dem 2 Kanufahrer in einem kleinen Zelt übernachten. Am nächsten Morgen kommt ein ziemlich großes Motorboot mit Besatzung. Es ist das Beiboot einer großen Motoryacht, die vor der Bucht ankert. Die Besatzung schleppt Schirme, Liegen und Badetücher heran und beginnt alles fein säuberlich aufzubauen für die Gäste. Insgesamt wohl 8-10 Liegen. Dann fahren sie zum Motorboot zurück. Als die ersten Badegäste von dem Steilufer herunterkommen wundern sie sich zwar über die tollen Liegen, nehmen den Service aber gerne an und machen es sich bequem…..was die russischen Gäste der Motoryacht dann gar nicht witzig finden, als sie wenig später übergesetzt werden. Also muss die arme Crew alles wieder einpacken und zurückschaffen!!!
BARCELONA
Am nächsten Tag wollen wir direkt zurück nach Barcelona, was ein Trip von ca. 45m ist. Gegen Mittag passieren wir wieder Blanes und damit das Ende der Costa Brava. Leider schläft der Wind dann ein und wir müssen den Rest der Strecke unter Motor fahren. Die langweilige und eintönige Küstenlandschaft macht dies nicht spannender. Gegen 18:30 sind wir wieder in der Marina Port Vell. 12 Tage Costa Brava und ca. 170 sm (Barcelona/Barcelona) liegen im Kielwasser.

FAZIT
Die Costa Brava ist wirklich sehr schön. Es gibt viele attraktive Ankerbuchten, die allerdings alle mehr oder weniger offen zu einer Seite sind. Es gibt keine großen Städte oder Industrieanlagen und auch der Tourismus zeigt sich nicht von seiner hässlichen Seite wie weiter im Süden. Je weiter nördlich man kommt, desto dramatischer wird die Landschaft, man sieht klar den Einfluss der Tramontana. Das Segelgebiet ist nicht so stark frequentiert, was gut ist, da viele Ankerbuchten mittlerweile von Mooringbojen zugepflastert sind. Man sollte die Reise sorgfältig planen und genug Zeit mitbringen, da auch im Sommer der Tramontana unvermittelt auftreten kann.
Insgesamt jedoch ein sehr lohnendes Ziel, auch für verwöhnte Balearen Segler wie uns!!