08.07.2009
Wir sind in Porto Petro an der Ostküste von Mallorca. Liegen hier an einer Boje, da ankern verboten. Die Bojen müssen spätestens 3 Tage vor Ankunft übers Internet reserviert werden. Macht unheimlich viel Sinn, denn in den seltensten Fällen weiß man als Segler schon 3 Tage vorher, ob man wirklich dorthin kommt....
Gestern waren wir zum Auftakt unseres Törn in Cabrera, der Inselgruppe südlich von Mallorca. War sehr schön, nur lag eine Flottile bestehend aus 12 Segelyachten mit lauter Russen an Bord in der Bucht. Entsprechend laut und unruhig war die Nacht....

Man muss rechtzeitig eine Genehmigung für Cabrera einholen, denn nur maximal 50 Schiffe dürfen hier über Nacht bleiben und zwar ausschließlich an den Bojen. Ankern ist verboten zum Schutz der Natur. Die Farben der Bojen richten sich nach der Schiffsgröße. Der Naturhafen gilt als einer der sichersten im ganzen Mittelmeer und der Platz an der Boje ist sogar kostenlos. Irgendwie hat alles die Atmosphäre einer Bucht in der Karibik, etwas Ursprüngliches: Es gibt keine Restaurants außer der Bierkneipe, keine Hotels, man kommt sich zurückversetzt in die Piratenzeit vor. Das Castel wurde aber erst später gebaut, um Piratenangriffe abzuwehren.

Ein trauriges Kapitel hat Cabrera allerdings auch: Im Napoleonischen Krieg hatten die Spanier ca. 8000 französische Kriegsgefangene praktischerweise auf der Insel ausgesetzt. Nach einiger Zeit hatten die netten Mallorquiner dann einfach vergessen, Versorgungsschiffe mit Wasser und Nahrung zu schicken.Tragisch nur, dass es auf den kargen Inseln weder Wasser noch sonstige essbare Dinge gibt. An fast 6000 verhungerte und verdurstete Franzosen erinnert heute ein Denkmal auf der Insel. Wahrscheinlich der Grund warum ungewöhnlich viele Franzosen hier an der Boje liegen. Aber alle haben etwas zu Essen mitgebracht. Wir auch: Heute ist auf dem Speiseplan Spaghetti mit Curry Huhn und dazu ein spanischer Weißwein.
10.07.
Sind in Porto Cristo angekommen. Haben sogar einen Liegeplatz im Gemeindehafen bekommen. Hier liegt man zentraler als im Club Nautico. Ausserdem ist es günstiger. 40 Euro, ansonsten 75 Euro. Porto Cristo ist langweilig wie immer. Liegt aber als Absprunghafen nach Menorca günstig. Von hier sind es ca. 53sm nach Mahon. Morgen soll’s nach Menorca gehen. Wir hoffen auf den gemeldeten Wind aus Süd -Ost- Wenn die Ausflugsbusse um ca. 17:00 Uhr den Ort verlassen, ist Porto Cristo ein ruhiger, verträumter Ort mit netten Restaurants und Bars.
Die Nacht vorher lagen wir in Porto Colom, meinem Lieblingshafen an der Ostküste. Der Ort hat so etwas ursprüngliches, es gibt nette Restaurants und ausserdem liegt man ziemlich sicher, entweder an den Bojen, sofern eine frei ist (wir hatten diesmal Glück ) oder vor Anker.

Sind am 11. Juli auf Menorca angekommen. Zwar nicht in Mahon, wo wir eigentlich hinwollten aber dafür in der Calla Macarella an der Südküste von Menorca, da der Wind aus Südost und daher genau von Mahon kam. Soll angeblich die schönste Bucht auf Menorca sein. Ist aber völlig überlaufen, das Wasser zwar klar aber mit Plastikmüll übersät und sehr unruhig ( da Schwell’ aus Südost). Haben eine ziemlich unruhige Nacht hier verbracht..

Heute ging’s dann im Uhrzeigersinn um die Insel bis nach Puerto Fornell, einem der wenigen geschützten Plätze an der Nordseite von Menorca. Wir liegen an einer Boje mit Blick auf den Ort, den wir morgen erkunden werden. Wir hatten einen super Segeltag, Lazy Life lief fast 8kn bei halbem Wind. Hier bleiben wir bis Dienstag, Dann soll der Wind auf Süd-West drehen und wir wollen nach Sardinien....

14.07.
Nach zwei Tagen an de Boje in Puerto Fornell auf Menorca werden wir heute um ca. 16:00 Uhr auslaufen mit Ziel Sardinien. Nach San Petro an der Südwestküste sind es ca. 200sm. Wir rechnen mit ca. 40 -50 Stunden bei einer Annahme von 4-5 kn Durchschnittsgeschwindigkeit . Also Ankunft am 16. Juli zwischen 08.00 Uhr morgens und 20:00 Uhr abends . Wenn nicht, dann haben wir uns verrechnet bzw. haben Sardinien nicht gefunden.....
17. 07.

Gestern um 13:00 Uhr auf Sardinien “gelandet” nach 45 Stunden Überfahrt. Wir haben uns also doch nicht verrechnet und die Insel gefunden! :-)
Der gemeldete Süd-West Wind kam natürlich nicht, dafür stand eine Dünung mit Wellen von 1.50m Höhe von vorne. Das machte die erste Nacht ziemlich nervig. Wir mussten die meiste Zeit unter Maschine fahren, da der Wind zu schwach war, um gegen die Wellen anzukommen. Mir wurde von der Schaukelei ziemlich übel. Der Schlaf für die Freiwache war dann auch etwas kurzweilig :-(
Am Mittwoch Nachmittag dann endlich Wind aus Nord -Ost mit ca, 3 Bf.. der uns mit 5-6 kn bei Halben - bzw. Am Wind Kurs zielsicher gen Sardinien brachte. So macht Segeln wieder Spass. Ein super Sternenhimmel: Millionen Sterne, so etwas sieht man wohl nur auf dem Meer bei einer Nachtfahrt. Am Morgen dann dicker Dunst bei einer Luftfeuchtigkeit von 85%. Wir mussten das Radar zum Einsatz bringen, um die anderen Schiffe am Tag zu sehen.
Jetzt liegen wir im Hafen von Carloforte auf der kleinen Insel San Pietro an der Südwestspitze von Sardinien. Ein traumhafter Ort mit italienischem Flair. Die Leute sind super nett, das Essen natürlich spitze und man könnte den ganzen Tag nur fotografieren, so malerische Kulissen werden geboten.Wir bleiben hier bis Sonntag, da Mistral von 7-8 Bf gemeldet ist.

22.07.
Segeln seit Montag hier entlang der Südküste. Es gibt schöne Buchten aber keinerlei Versorgung. Keine Restaurants, keine Geschäfte, nichts und so kauen wir seit Montag auf altem vertrocknetem Weissbrot herum. Zeit für die Backmaschine mit “deutschem” Mehrkornbrot....Die Kulissen sind allerdings traumhaft, glasklares türkisfarbenes Wasser, und nur ganz wenig Boote in den Buchten.

26.07.
Wir sind seit Freitag in Cagliari, der Hauptstadt von Sardinien. Liegen hier in der kleinen Marina San Elm, im hintersten Winkel des Hafenbeckens. Nachdem die letzten Tage der Wind kontinuierlich mit 6 Bf aus der Richtung blies, in die wir wollten, und wir meistens kreuzen mussten, hat sich der kleine Riss in unserem Vorsegel zu einem ziemlich großen entwickelt, und ehe das Segel ganz reisst, beschlossen wir hier nach einem Segelmacher zu suchen. Wir hatten Glück, ein deutschsprachiger Marinero nahm die Leinen entgegen und organisierte sogleich einen Termin mit dem Segelmacher. Angeblich 5 Tage bräuchte er für das Nähen, wir konnten ihn aber auf 3 herunterhandeln und so liegen wir hier bis Dienstag, in der Hoffnung, der Segelmacher hält sein Wort. Gestern haben dann auch Hansi und Nick, die eine Woche mit uns gesegelt sind, “abgemustert” und heute kam Julian, der mit uns die Überfahrt nach Sizilien segelt. Cagliari gilt angeblich als schönste Stadt am Mittelmeer. Als Palma Fans müssen wir da entschieden widersprechen. Palma ist tausendmal schöner...Obgleich Cagliari auch einiges zu bieten hat. Die Altstadt ist sehr schön mit netten kleinen Restaurants, hat viele Museen und Kirchen und eine Basilika, die schon von weitem zu sehen ist..Leider macht die Hitze die Entdeckung der Stadt zu einer schweisstreibenden Angelegenheit . Der Fußweg in die Stadt dauert ca. 30min, zum Supermarkt sind es ca. 20min, und wir gehen die ganze Angelegenheit eher ruhig an.....
29.07.
Die Genua sieht aus wie neu. Der Segelmacher lieferte pünktlich und so konnten wir gestern (Dienstag) Cagliari verlassen. Die Stadt ist nicht übel, die Altstadt ganz schön, aber die Plätze dazwischen sind unheimlich verbaut und öde. Mit den Restaurants hatten wir ziemlich Pech. Ohne Reservierung ist es so gut wie unmöglich einen Tisch in der Hauptzeit gegen 21:00 Uhr zu bekommen. Wenn man dann noch keinen Fisch mag, wird die Angelegenheit zu einem Lotteriespiel....

Jetzt liegen wir in der traumhaften Bucht von Villasimius und wollen so gegen 19:00 Uhr den Absprung nach Sizilien starten. 180sm das heißt ca. 40 Stunden liegen vor uns. Kurs 108 Grad. Der gemeldete NW Wind ist bisher nicht erschienen, stattdessen bläst es aus Ost, dort wo wir hinwollen. Das kennen wir ja schon....Also wir sollten wohl am Freitag Abend spätestens da sein. Mal schauen...
03.08.
Wir sind seit Freitag auf Sizilien. Die Überfahrt war sehr angenehm, konnten wir doch die meiste Zeit segeln!

Mit Julian als Crewverstärkung waren dann auch die Nachtwachen nicht so lange. Jeder geht ca. 3 Stunden und so kann die Freiwache einige Stunden schlafen. In der ersten Nacht mussten wir einem trawlenden Fischer ausweichen, in der zweiten Nacht waren zwar etliche Fischerboote zu sehen, aber alle weitgenug von unserem Kurs entfernt. Es ist schon erstaunlich wie weit draußen die zum Teil kleinen Fischerboote rumfahren.Wir haben 42 Stunden für die 180 sm benötigt. Zwei Drittel unter Segel.

Kurz vor Sizilien wurden wir von Schweinswalen begrüßt. Unser Anlaufhafen Castellammare del Golfo entpuppt sich als wunderschöne alte “Piratenstadt.” Hier hätte auch Jonny Depp in “Fluch der Karibik” vom Castell springen können...Der Hafen liegt allerdings etwas weit außerhalb, dafür hat man einen schönen Blick auf die Altstadt.

08.08.
Sind mittlerweile auf den Ägadischen Inseln im Westen von Sizilien angekommen. Wir liegen in einer schönen Bucht auf der Insel Favignana vor Anker. Ausser ein paar Ferienhäusern und einem kleinen Fischerhafen gibt es hier nichts . Kein Restaurant und auch keinen Supermarkt. Aber nach den zwei Tagen Palermo ist diese Einsamkeit eine echte Wohltat.

Palermo sehen und sterben.... oder so ähnlich könnte der Titel sein.
Es gibt wohl mehrere Arten diese schreckliche Stadt nicht mehr lebend zu verlassen: Entweder man erstickt am Gestank von Müll, Auspuffabgasen, Staub und Dreck. Oder man wird von wild gewordenen Italienern mit Vespas oder Autos über den Haufen gefahren. Zebrastreifen und rote Ampeln sind hier völlig bedeutungslos.Oder aber man wird in einer von unzähligen verwirrenden Gassen, in denen man unweigerlich landet, von zwielichtigen Gestalten überfallen und ausgeraubt.

Keine Stadt hat uns bisher so abgeschreckt wie diese. Es ist laut, sieht aus als wäre gerade der Krieg zu Ende. Eingestürzte Häuser, daneben wieder ein alter Palast, dann wieder eine eingestürzte Fassade, dazwischen tonnenweise Müll und finstere Gestalten.

Man kann nicht glauben, dass dies noch Europa, geschweige denn Italien ist.

Wir lagen zwei Tage in der Marina “Flori” gut bewacht aber teuer (90 €) keine sanitären Anlagen, dafür weit weg vom nächsten Supermarkt. (30 min Fußmarsch)Jedes Mal wenn ein Dampfer durch den Hafen fuhr, wurde man am Schwimmsteg durchgeschüttelt.
Von Palermo ging es dann am Dienstag nach endlosem Kreuzen (der Wind drehte wieder auf Nord-West!) zur kleinen Bucht an der Isla Femmina. Aus geplanten 12 sm wurden 25. Wir hatten eine nervige und schaukelige Nacht, da die Dünung total in die Bucht lief. Am Mittwoch segelten wir wieder gegenan bei 6 Bf nach Castellammare. Der einzig vernünftige Hafen weit und breit. Da jetzt Hauptsaison ist, kostet der Liegeplatz dann auch gleich 80 € anstatt 50 € noch 4 Tage vorher!Am Donnerstag dann San Vito lo Capo als Ziel. Der Hafen war voll und teuer, wir fanden aber einen Ankerplatz vor der Hafeneinfahrt. Mit dem Dingi ging’s dann in den Ort, der wirklich nett und sehenswert ist. Viele Geschäfte entlang der Uferpromenade. Witzige Leute und ein toller Strand. Da wir das Schiff nicht so lange alleine lassen wollten, gab’s Pizza to go bei einem deutsch-italienischem Pizzapäcker aus Lahr. Witzig!

10.08.
Gestern wären wir beinahe abgesoffen: Die automatische Bilgepumpe schlug plötzlich Alarm (Gott sei Dank) Im Motorraum dann die Bescherung: Ca 20 cm Wasser und eine Wasserfontäne wie aus dem tollsten Springbrunnen. Die Wellendichtung (Stopfbuchse) hatte sich gelöst (warum auch immer) Sofort Maschine aus und Segel gesetzt. Leider war natürlich kein Wind und durch den starken Strom trieben wir fast zielstrebig in die ausgelegten Fischernetze....Wir konnten dann provisorisch die Stopfbuchse wieder verschliesen und nachdem wir ca. 60 l Wasser geschöpft hatten, hörte auch der Alarmton auf. So eine Aufregung braucht man wirklich nicht. Wir waren nahe dran, den ganzen Törn abzubrechen.

Heute sind wir in Traparni, einer größeren Stadt an der Nordwestecke von Sizilien. Hier gibt es eine Werft und alle möglichen Serviceeinrichtungen. Wir konnten uns aber selbst helfen. Die Stopfbuchse sitzt wieder richtig und die Schrauben sind fest. Für den Außenbord Motor, der seit Tagen auch nicht mehr lief, haben wir neue Zündkerzen erstanden und jetzt läuft er wieder.Die Stadt bietet einiges, schöne Geschäfte, Restaurants und dazwischen viele Paläste und Kirchen, die allerdings dringend restauriert werden müßten. Aber auch hier fehlt anscheinend das Geld dazu. Schade. Der Liegeplatz am hintersten Ende der Werft kostet schlappe 80 Euro. Dafür gibt es keine Sanitäre Anlagen und die Leute sind total unfreundlich....Wir haben ein nettes Restaurant gefunden, das hat dann wieder entschädigt....

13.08.
Segeln seit drei Tagen die Südküste von Sizilien entlang. Täglich ca. 30sm bei 3 Bf.. Ideale Bedingungen auch für “Moritz Blister” unserem Leichtwindsegel. Der Wind kommt pünktlich gegen 12:00 Uhr. Um 14:00 Uhr macht er eine kurze Pause, um dann stärker als vorher zu blasen. Gegen 19:00 Uhr hört es auf. So kann es bleiben...

Nachdem wir in Trapani mit Hilfe von “Mike dem örtlichen Mafia-Lebensmittelhändler” unsere Vorräte völlig überteuert aber dafür bequem (wurde ans Schiff geliefert) aufgefüllt hatten, ging es nach Mazala del Vallo, laut Hafenhandbuch einem hässlichem Fischerort , aber dem einzigen Hafen in dieser Ecke. Die Überraschung, der Ort wunderschön, sauber und die Leute total nett. Der örtliche Yachtclub hält Liegeplätze für 37 Euro die Nacht für Gäste bereit, wobei wir die einzigen “Ausländer” an diesem Abend waren. Das Essen gehen gleicht einer Italian Soap Opera: Die drei Restaurants sind alle gnadenlos voll, völliges Chaos auch bei “Luigi”, dem einzigen Restaurant, wo wir noch einen Platz bekommen konnten. Alle Bestellungen gehen verloren oder an die falschen Tische, was zu tumultartigen Zwischenfällen zwischen Gästen und Personal führt. Auch wir machen drei Anläufe zu gehen, werden dann aber immer wieder mit Wein abgefüllt. Nach ca. 2 Stunden haben wir dann auch unser Essen und torkeln zufrieden zum Hafen...
Seit gestern sind wir in Sciacca, weitere 30sm weiter südlich. Man trifft hier fast keine Segler mehr. Vom Hafenmeister werden wir per Handschlag und mit einer Flasche Wein als Willkommensgeschenk begrüsst. Das gefällt uns natürlich und so beschliessen wir, hier einen Hafentag einzulegen. Auf dem Weg passieren wir die Akropolis und die Tempel von Selinunt, Überreste einer einst mächtigen Stadt, die dann aber von Hannibal 409 v.Chr. zerstört wurde. In Sciacca hatten die Griechen einst die Heilkraft der vulkanischen Thermalquellen entdeckt und angeblich gibt es heute noch offene Grotten und Bäder, für allerlei Gebrechen. Wir gehen in der grössten Mittagshitze auf die Suche nach der Thermalquelle, haben wir doch mittlerweile auch diverse Verspannungen. Völlig durchgeschwitzt finden wir zwar das Thermalbad, natürlich hat es geschlossen und so landen wir in einer Bar in der Altstadt. Wir therapieren dann eben innerlich. Auch nicht schlecht....

18.08.
Ziel erreicht!!!!
Nach 1.100sm sind wir in Malta angekommen. Haben einen Liegeplatz mit Blick auf die Altstadt. Leider ohne Strom- und Wasseranschluss und dafür am hintersten Ende des Hafens. Aber wir hatten Glück überhaupt noch einen zu bekommen. Malta ist in der Hauptsaison völlig ausgebucht. Die Stadt Valletta, ist imposant mit vielen Palästen und Kirchen, verwinkelten Gassen und netten Leuten. Hier werden wir uns die nächsten zwei Tage kulturell weiterbilden....


Die Überfahrt von Sizilien war ziemlich nervig, da kein Wind. Also mussten wir die meiste Zeit unter Maschine fahren. 12 Stunden können dann ziemlich lang sein.Und der Diesel im Tank schrumpfte auch. Heute früh kam daher erst einmal der Tankwagen bei uns vorbei. Das ist hier in Malta so üblich.

22.08.
Wir haben die Rückreise angetreten und sind wieder in Sizilien und zwar in Siracusa an der Südostküste.Das ist eine Stadt wie aus einer Opernkulisse. Alte Paläste und Kirchen, viele Touristen und nette Leute.

Malta war okay, aber als Segelrevier ist es uninteressant. Es gibt nur wenige Häfen und Ankerbuchten und alles ist total überfüllt. Valletta, die Hauptstadt ist absolut sehenswert. Und die zwei Tage waren fast zu kurz, um alles anzuschauen. Hier gibt es Geschichte satt...Die berühmte St. Pauls Bucht, in der angeblich der Apostel Paulus seinerzeit gestrandet ist, und dann gleich die Chance nutzte, ganz Malta zu missionieren, ist wahrlich enttäuschend. Ausser dem Denkmal auf der Klippe und ein paar Felsen, ist hier nichts idyllisch.

Genauso die berühmte blaue Lagune auf der kleinen Insel Gormilo. Völlig überlaufen mit lärmenden Ausflugsboten, ein abgegrenzter Badebereich und an Land Müllberge ohne Ende. Das hatten wir uns wirklich anders vorgestellt....
Die Rückfahrt nach Sizilien war dann noch nerviger als die Hinfahrt. Wir hatten Null Wind. 9 Stunden unter Maschine, dass nervt. Viele Containerschiffe, denen wir ausweichen mussten und überall verstreut Fischernetze, deren Markierungen man ganz schlecht sehen kann, und man aufpassen muss, diese nicht in die Schiffsschraube zu bekommen.

Einziger Lichtblick, eine halbe Stunde lang begleitete uns eine Delfinschule. Denen war wohl auch langweilig ...

29.08.
Wir sind wieder im Norden von Sizilien und zwar in einem seltsamen Ort namens “Sant’Agata Militello”, der in unserem Hafenhandbuch gar nicht existiert. Hier gibt es aber eine schöne Marina mit allem was man braucht, dazu einen Ort mit Supermarkt und einigen Restaurants. Wir hatten das in der Seekarte entdeckt, und sind auf gut Glück dann hier gelandet, in Ermangelung anderer Häfen. Glück gehabt....Von Siracusa ging es ca. 40 sm nach Riposta, einem Ort, den man sich nicht merken muss, mit der teuersten Marina unserer Reise: 116 Euro für einen Liegeplatz zwischen einem stinkendem Fischkutter und einem alten Motorboot, abseits von allem und natürlich ohne Strom und Wasser und sanitären Anlagen...die spinnen die Römer!!!!

Das nächste Ziel hiess Taormina, dem wohl bekanntesten und touristischsten Ort auf Sizilien. Hier gibt es keinen Hafen man muss ankern oder kann an die Boje im östlichen Teil für 50 Euro- einschliesslich Concierge Service sprich Transfer zum Anleger und Abholung, Restaurantbuchung und Schiffsbewachung. Wir haben uns für den Service entschieden obwohl die Nacht eine grausame Schaukelei wurde, da die Dünung direkt in die Bucht lief. Der Abend selbst war aber klasse: Taormina ist absolut sehenswert. Zwar ziemlich touristisch und auch überlaufen , aber der Ort liegt traumhaft in ca. 250m Höhe, man hat einen tollen Blick und in den alten Gemäuern haben sich schon etliche Völker verewigt: Griechen, Türken, Römer, Araber ...und sogar Goethe war schon hier! Und bei “Don Camillo” dem Restaurant der Tochter des Concierge, war das Essen ausnahmslos gut und günstig. Manchmal ist es doch besser, einem Tipp zu folgen.
Nach einer ätzenden, schaukeligen Nacht an der Boje, (wir lagen quer in der Koje) ging es am nächsten Morgen um 7:00 Uhr los und durch die berüchtigte Strasse von Messina, an der schon Odysseus seine Freude hatte. Zuerst ist alles ziemlich langweilig: keine Fähren, keine Strudel und mit raumen Wind und nur unter Genua rauschen wir mit 8,5kn über Grund. Die Strömung ist mit uns (als hätten wir’s berechnet) und so kommen wir schnell vorwärts. Ab Messina dann eine Fähre nach der anderen, kreuz und quer, Frachter tauchen aus dem nichts auf, aber auf wundersame Weise müssen wir kein einziges Mal ausweichen.

Und plötzlich ein seltsamer Strudel im Wasser. Das ist "Skylla und Charybdis", an denen schon Odysseus kräftig zu knabbern hatte. Eine Gegenströmung von fast vier Knoten, wir kommen kaum mehr vorwärts. Dann, nach ca. 0,5 sm, ab dem Leuchtfeuer "Pt. Pezzo", ist der Spuk vorbei, wir machen wieder Fahrt und sind durch: Wir sind im Tyrrhenischen Meer. Und plötzlich ist alles um uns herum voller Schaumkronen, wir müssen die Genua stark reffen, der Wind bläst mit über 34kn (8 Windstärken). Wir müssen sogar unser Bimini (das Sonnendach) wegklappen, so doll weht es. Lazy Life hält sich wacker, und am nächsten Huck ist alles vorbei. Der Wind ist weg und wir müssen die Maschine anschmeissen. Unser Ziel Milazzo ist noch 10 sm weg. Die Marina ist natürlich belegt, aber ausserhalb des Wellenbrechers gibt es einen neuen Privathafen. Dort bekommen wir einen Platz für 100 Euro. Echter Nepp. Der Ort bietet nicht viel, ist aber der einzige Hafen weit und breit.

Am nächsten Tag geht’s zu den Liparischen Inseln. Mit “halben Wind” und 7 kn düsen wir die 20 Seemeilen nach Vulkano, der skurrilsten der Liparischen -oder auch Äolischen genannte- Inseln. Von weiten sieht man schon die Vulkaninsel Stromboli, „das wohl älteste Leuchtfeuer der Welt“. Denn der Vulkan ist immer noch aktiv und lässt permanent seine Lavamassen ab. Wir ankern in der Schwefelbucht von Vulkano, auch hier ist der Vulkan noch aktiv. Aus dem Wasser brodelt es und stinkt nach faulen Eiern. Das Wasser hat 29 Grad, man möchte gar nicht mehr raus. Das Schwefelwasser hat anscheinend heilende Kräfte: Hartwigs Hautausschlag am Bein geht schlagartig weg und meine Verspannung in der Schulter ist auch wie weggespült. Ich überlege schon, das Vulkanwasser abzufüllen und als “Dr. Wecklers Schwefelwasser” zu vermarkten...Mal sehen.

Nach einem faulen Badetag ging es dann wieder zurück nach Sizilien in das besagte Sant’Agata Militello. Der Hafenmeister organisiert für uns einen Transfer zum Supermarkt und den abendlichen Restaurantbesuch mit Taxiservice. Alles ohne Extrakosten. Die Leute sind total nett. Am nächsten Morgen bekommen wir noch einen ganzen Sack voller frisch gepflückter Limonen, damit wir kein Skorbut erleiden auf unserer weiten Reise.....
Wir sind wieder in Castellammare del Golfo und haben Sizilien quasi einmal umrundet. Einschließlich dem Abstecher nach Malta und Gozo waren das über 700 Seemeilen. Sizilien ist größer als man denkt. Wir bleiben hier noch zwei Tage und rüsten uns für die Rückfahrt nach Sardinien. (Schiff saubermachen, Wäsche waschen, einkaufen etc.)

Die letzten Stationen waren Cefalu, eine der sehenswertesten Städte an der Nordküste von Sizilien. Cefalu hat eine riesige normannische Kathedrale, die König RogerII angeblich 1131 als Dank für seine Errettung nach seinem Schiffsuntergang sponserte. Die Fertigstellung hatte er sicher nicht mehr erlebt, bei dem Bautempo der Italiener...

Der kleine Hafen ist ca. 30min Fußweg vom Ort weg. Das schadet aber gar nichts, mittlerweile sind, durch das ewige Sitzen beim Segeln, die Beinmuskeln langsam verkümmert. Nach einer Runde joggen (langsam wegen der Hitze..) sind die Beine wieder fit und auch der Abend in der Altstadt war sehr nett.
Der Hafen von San Nicola L’Arena, ca. 30sm weiter westlich, mit seinen angeblich 450 Liegeplätzen und 40 Gastliegeplätzen entpuppte sich als totaler Flopp: Ein großer Wellenbrecher und dahinter ca. 400 “Schlauchbomber”. Die Einfahrt viel zu flach und natürlich keine Gastliegeplätze. Hochstapeln auf sizilianisch! Uns blieb nichts anderes übrig, als im Schutz des Wellenbrechers zu ankern (auf steinigem Grund), denn der nächste Hafen war zu weit weg. In der Hoffnung auf wenig Schwell in der Nacht. Glück gehabt: Die Nacht war ruhig, und die Ankerkette, die sich zwischen Steinen verfangen hatte, gab nach einigem hin und her dann doch noch nach. Auch in der folgenden Bucht von Mondello, westlich von Palermo,in der es angeblich drei Marinas mit Gästeplätzen haben sollte, stellte sich heraus, dass alle Häfen viel zu flach und außerdem mit einheimischen Motor-und Schlauchbooten voll belegt waren. Also wieder Ankern angesagt, was hier aber traumhaft ist. Ankern auf Sand und Seegras, das Wasser glasklar, und der Ort Mondello mit dem Beiboot gut zu erreichen, zum Einkaufen und Essen gehen.

Auch hier gibt es in diesem klaren Wasser keinen einzigen Fisch. Alles leergefischt, wie fast auf der ganzen Tour rund um Sizilien. Überall sieht man zwar Fischer mit Angeln und Netzen, aber wahrscheinlich ist das nur Tarnung für andere Geschäfte....Nicht umsonst sind hier überall künstliche Fischfarmen angelegt, und wohl auch 80% des heimischen Fisches stammt aus diesen Fischfarmen. Wie gut, dass ich sowieso keinen Fisch mag....
14.09.
Mittlerweile sind wir wieder in Sardinien gelandet und hangeln uns entlang der Südküste nach Carloforte, dem Absprunghafen nach Menorca.
Auf Sizilien sind Bernhard und Mats aus Ettlingen als Verstärkung an Bord gekommen, für die Überfahrt nach Sardinien. Von Castellammare ging es über La Vito de Capo nach Trapani, dem kürzesten Weg nach Sardinien. Hier mussten wir einen Hafentag einlegen, um auf den passenden Wind zu warten. Die Gelegenheit für einen Ausflug auf den 751m hohen Monte San Giuliano mit der aragonischen Ortschaft Enrice auf dem Gipfel.

Mit dem Bus ging es den Berg hoch, mit der von der EU finanzierten Gondelbahn wieder zurück. (Ein völlig nutzloses Projekt mit einem herrlichem Rundumblick auf Steuerzahlerkosten)

Der Ort ist sehenswert, wenn auch mit vielen Touristen verunstaltet.

Am nächsten Morgen hiess es dann um 7:00 Uhr Leinen los und auf nach Sardinien. Vorbei an den Ägadischen Inseln, Favignana und Levanzo, kämpften wir uns zunächst durch das noch aufgewühlte Meer mit über 1.5m hohen Wellen. Der Wind blies stetig mit ca. 5 Bf. aus Nord Ost, sodass wir schnell vorwärts kamen. Der Seegang wurde dann etwas weniger und die Fahrt angenehmer. Trotzdem konnte die Freiwache durch die ewige Schaukelei nicht viel schlafen. Unser 2 Stunden Wachwechselrythmus (jeweils zu zweit) entpuppte sich als ziemlich stressig. Irgendwann ist man so müde, dass man kaum mehr die Augen aufhalten kann. Nach 30 Stunden hatten wir die 154 sm geschafft, mit gerade mal einer Motorstunde!!! Das war wirklich Segeln pur....
In Villasimius lassen wir dann um 13:00Uhr den Anker fallen,ruhen uns erst einmal aus und fahren später mit dem Beiboot an Land zum obligatorischen “Einlaufbier” in der Hafenkneipe.....

Am nächsten Morgen ist dann das Fitnessprogramm angesagt. Das Paddelboot wird aufgeblasen und die Exkursion an den Strand zur super Hotelanlage “Stella Maris” gestartet. Wirklich nett...Gewitterwolken hängen schon den ganzen Morgen über uns, und ca. 30 min nach diesem Foto schlägt ein Blitz völlig aus dem nichts in den Mast und nur um Haaresbreite von Mats Kopf ein, der gerade sein Workout mit Liegestützen beendet.

Es tut einen fürchterlichen Knall und Mats steht unter Schock, seine Muskeln, der Kopf und die Ohren schmerzen vom Blitzschlag. Welch ein Glück, dass unser Blitzableiter anscheinend gut funktioniert. Ein Fischer unmittelbar neben uns schüttelt nur ungläubig den Kopf. So etwas hat er wohl auch noch nicht so oft erlebt. Das Navtex-Wetterfaxgerät scheint einen Schlag abbekommen zu haben, ansonsten sind keine Schäden zu verzeichnen. Nach diesem Erlebnis und um weiteren Einschlägen vorzubeugen (Gewitterwolken und Donner hängen immer noch über uns) gehen wir Anker auf und nehmen Kurs auf Cagliari (20sm) in den sicheren Hafen. Am nächsten Morgen müssen Mats und Bernhard leider zurück und wir legen noch einen Hafentag ein. Wäsche waschen, Boot putzen, Vorräte ergänzen... Es gibt immer etwas zu tun.
22.9.

Wir sind wieder in Spanien. Ein echtes Highlight endlich wieder die Spanische Gastlandflagge setzen zu können. Genug von Spaghetti und Co.....Nach einem Horrortrip aus Sardinien mit 42 Stunden Überfahrt. Ein Gewittertief jagte das nächste und die Wellen waren bis zu 3.50 hoch. Wir hatten uns vorher 3 verschiedene Wetterberichte angeschaut und keiner hatte das vorhergesagt. Nur auf der Wetterkarte (die wir erst nachträglich empfangen haben, das Navtex ist dem Blitzeinschlag zum Opfergefallen!) waren die Tiefdruckgebiete deutlich zu sehen!!! Es hatten sich wohl alle Gewittertiefs des ganzen Mittelmeers auf unserer Route verabredet. An Schlaf war überhaupt nicht zu denken und der Autopilot kam mit den Wellen nicht zurecht, so dass wir die ganze Zeit steuern mussten. Wir hatten das Gross fast ganz und die Genua auf ein Drittel weggerefft und sind um die 6-7 kn gelaufen.

Leider konnten wir später Menorca nicht direkt anliegen, da der SW Wind immer westlicher drehte, und da mussten wir ja hin. Wir waren beide gestern ziemlich tot, und haben uns vorgenommen, so einen Schlag nicht mehr zu zweit zu machen. Wieder eine Erfahrung reicher! Jetzt liegen wir in Mahon im sicheren Hafen. Ein neues Tief kündigt sich an, es regnet und ist ziemlich kalt geworden (ca. 21 Grad) Für heute Nacht haben sie 7-8 BF aus Nordwest angesagt. Da bleiben wir lieber im sicheren Hafen....

Von Cagliari hatten wir uns langsam aber sicher (der Wind war immer gegen uns) Bis zur Insel San Pietro nach Carloforte vorgearbeitet. In Teulada mussten wir erneut zwei Nächte Zwangspause einlegen, um das Sturmtief im sicheren Hafen abzuwettern. Das einzige Restaurant auf dem nahen Campingplatz war nun auch geschlossen und der Busverkehr in den Ort Teulada eingestellt. (Saison vorbei) Dem entsprechend tot ist es hier. Der Hafenkoller bewog uns, trotz 6-7 Bf am nächsten Morgen mit SE Wind im Rücken auszulaufen und die 36 sm nach Carloforte “abzureiten “. Lazy Life läuft nur unter gereffter Genua mit 7-8 kn vor dem Wind und surft auf den Wellen. Ein geiles Gefühl ...Zwischendurch böet es auf bis zu 34kn Wind (8 Windstärken) aber das Schiff lässt sich nicht beeindrucken (die Crew auch nicht!)

Dummerweise hört der Wind auch im Hafen von Carloforte nicht auf zu blasen und so müssen wir bei 7 Bf das Anlegemanöver starten. Eine echte Herausforderung. Aber dank des fitten Hafenmeisters, der gleich die richtige Leine (die Luvleine) festmacht und wir dann in die Achterleine “eindampfen” können, gelingt uns ein Superanlegemanöver, was im ganzen Hafen Eindruck schindet. Da schmeckt dann das Einlaufbier doppelt gut! In Carloforte blieben wir dann ebenfalls zwei Tage und warteten auf Wetterbesserung für die Überfahrt. Am Donnerstag, so hatten wir die Wetterberichte interpretiert, sollte es ruhiger werden und wir fuhren los. Resultat siehe oben!!!
28.09.
Palma hat uns wieder....
Lazy Life liegt gut vertäut und unversehrt nach 2.200sm und fast 12 Wochen wieder an ihrem alten Liegeplatz in der Marina Port de Mallorca. Das Schiff ist wahrscheinlich genauso froh wie die Crew, dass der Törn zu Ende ist und erst einmal ausruhen angesagt ist....Am Montag kamen wir bei 6-7 Bf, Gewitterböen und strömenden Regen hier in Palma an. War die Überfahrt von Sardinien nach Menorca schon ziemlich nervig, war dieser letzte Trip von Porto Petro nach Palma der reinste Albtraum! Der Wetterbericht sprach lediglich von 3 Windstärken und gelegentlichen Schauern. Völlig daneben....Die Nacht war schon sehr unruhig, ein starker Schwell stand in die Bucht von Porto Petro,(erste Anzeichen von aufkommenden starken Wind aus Ost) und das Schiff schaukelte dementsprechend an der Boje, was nicht gerade einen erholsamen Schlaf fördert.

Am Morgen hatten wir dann auch schon hier in der Bucht bis zu 22kn Wind (5-6Bf) aus Nordost bis Ost, was für die 40sm Rückweg nicht schlecht war. Daher beeilten wir uns auch ziemlich um die schmale Einfahrt bei Gegenwind und ziemlicher Brandung hinter uns zu bringen, ehe die Wellen und der Wind noch stärker wurden. Wir mussten die Maschine schon ganz gut auf Touren bringen, um da zügig durch zu kommen. Gut dass wir uns damals für den stärkeren Motor entschieden hatten! Nur unter Genua rasten wir entlang der Süd Ostküste mit bis zu 8kn dem Cabo Salinas entgegen. Die Bewölkung nahm immer mehr zu und es fing fürchterlich an zu regnen. Kurz hinter dem Südöstlichen Cabo Salinas verdunkelte sich der Himmel und von drei Seiten blitzte und donnerte es. Die Böen wurden immer stärker und wir nahmen die Genua weg und fuhren nur mit Maschine. Dann wurde es rabenschwarz, die Blitze schlugen um uns herum ein, und wir dachten nur an die Wahrscheinlichkeitsrechnung aus dem Matheunterricht. Kann doch wirklich nicht sein, dass der Blitz uns ein zweites Mal trifft. Der Autopilot steuerte (Gott sei Dank funktionierte er wieder) und wir sassen zusammengekauert im nassen Ölzeug unter der Sprayhood und hofften nur, dass dieser Albtraum bald vorbei geht. Irgendwo vor uns sahen wir einen anderen Segler, der versuchte den Gewitterfronten auszuweichen, erst nach Süden dann nach Osten , um dann doch wieder auf den alten Kurs zu gehen. Ausweichen war zwecklos, da wir eingekesselt wurden von den Fronten. Mittlerweile hatten wir 34kn Wind (8 Bf) und der Wind drehte in den Böen teilweise um 120 Grad. Gut dass die Maschine lief. Irgendwann nach gefühlten mehreren Stunden erreichten wir Cabo Blanco an der östlichen Einfahrt zur Bucht von Palma. Der Himmel hellte sich wieder auf, nur noch weit hinter uns blitzte es weiter. Der Regen und der Wind ließen langsam nach, sodass wir irgendwann wieder Segel setzen und Kurs auf Palma nehmen konnten. Diesen letzten Segeltag hatten wir uns weiß Gott anders vorgestellt.
Die vorangegangenen 4 Tage waren allerdings noch sehr schön gewesen. Mit Ghilain als Crewverstärkung segelten wir am Freitag von Mahon zunächst um die Ecke in die wunderschöne Bucht Cala Covas.

Obwohl wir starken Nordost Wind hatten, war in dieser Bucht davon nichts zu spüren. Man liegt hier wie in Abrahams Schoss, vor Anker, mit Heckleine zum Ufer.Die Bucht ist ganz einsam und das Wasser glasklar, und man kann nach Herzenslust schnorcheln, baden und sich mit dem Paddelboot austoben.

Am nächsten Tag segelten wir dann zurück nach Mallorca. Die Überfahrt war schnell (mit Rückenwind) brauchten wir für die knapp 45 sm nach Porto Cristo gerade mal 7 Stunden. Am Samstag ging es dann weiter nach Porto Colom, gleiche Strecke wie auf der Hinfahrt. Auch diesmal ergatterten wir wieder einen Bojenplatz und hatten einen netten Abend im Restaurant CK.

Am Sonntag stand dann nur noch die kurze Strecke nach Porto Petro mit 9sm auf dem Programm. Hier musste Ghislain leider von Bord, um noch rechtzeitig den Flieger nach Genf zu bekommen.
Und dann der letzte Tag, siehe oben!!!!